



Unsere Vision
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freundliche Empathie
Im Frieden leben
füreinander da sein
verbindend
empathisch
- freundliche Empathie
Freundlichkeit stirbt nie.
Sie bleibt in der Erinnerung bestehen und inspiriert ihrerseits zu weiterer Freundlichkeit.
Freundlichkeit ist das Salz der Erde!
Empathie und die Kraft der freundlichen Worte - am Besten erklärt sich das in einer Geschichte:
William Ury, der Begründer des Harvard-Programms für Verhandlungstechniken, erzählt in einem seiner Bücher eine bemerkenswerte Geschichte.
Ein junger Amerikaner, der in Japan lebte, um Aikido zu studieren, saß eines Nachmittags in einem Zug in der Nähe von Tokio. Der Waggon war halb leer. Es saßen darin einige Mütter mit Kindern und ältere Menschen.
An einem der Bahnhöfe öffneten sich plötzlich die Türen, und
friedliebend
- im Frieden leben.
„Um Frieden in der Welt zu schaffen, müssen wir mit uns selbst im Frieden sein. Um mit uns selbst im Frieden zu sein, müssen wir wissen, dass wir bedingungslos wertvoll sind. Das geschieht nicht oft. Menschen schätzen uns für das, was wir ihnen geben können. Das ist bedingter Wert, was die Weisen „Liebe, die von einer Bedingung abhängt“ nannten. Gott schätzt uns bedingungslos. Wir sind hier, weil er es so wollte. Unsere bloße Existenz zeugt von seiner Liebe. Anders als andere gibt Gott uns niemals auf. Er weist niemanden zurück. Er verliert niemals den Glauben, wie oft wir auch scheitern mögen. Wenn wir fallen, richtet er uns wieder auf. Er glaubt mehr an uns, als wir an uns selbst glauben.“
Doch was ist wirklicher Friede? Die Antwort liegt im letzten Wort des priesterlichen Segens: Schalom, Frieden.
Schalom bedeutet nicht bloß die Abwesenheit von Krieg oder Streit. Es bedeutet Vollkommenheit, Perfektion, das harmonische Funktionieren eines komplexen Systems, integrierte Vielfalt, einen Zustand, in dem alles an seinem Platz ist und alles im Einklang steht mit den physikalischen und ethischen Gesetzen, die das Universum regieren.
„Frieden ist der Faden der Gnade, der von Gott ausgeht und alle Wesen verbindet, die überirdischen, mittleren und niederen. Er liegt der Wirklichkeit und der einzigartigen Existenz jedes Einzelnen zugrunde und erhält sie.“
Rabbi Lord Jonathan Sacks (1948 - 2020) hatte die Fähigkeit, moderne Erkenntnisse mit uralter Weisheit zu verbinden. Das bedeutete, dass er ein unvergleichliches Talent dafür besaß, das Judentum im 21. Jahrhundert relevant und bedeutungsvoll zu machen, nicht nur für Juden, sondern für Menschen aller Glaubensrichtungen und auch für Menschen ohne Glauben.
Im Folgenden einige Gedanken von ihm über „Frieden oder Gerechtigkeit“:

- wo strenge Gerechtigkeit herrscht, gibt es keinen Frieden, und wo Frieden herrscht, gibt es keine strenge Gerechtigkeit! Was ist also die Gerechtigkeit, die mit Frieden einhergeht? Wir müssen sagen: Vermittlung.
- Eine gerechte Lösung ist eine, bei der sich beide Seiten gehört fühlen; beide gewinnen; beide glauben, dass das Ergebnis fair ist. Das ist, die einzige Art von Gerechtigkeit, die gleichzeitig Frieden schafft. Deshalb würde die Delegation der Rechtsprechung auch „all diesen Menschen“ helfen, „ihren Platz im Frieden zu finden“. Welch tiefgründiger Gedanke!
- „Wir können nicht allein führen; wir können nicht allein leben. Das ist eines der Axiome der Anthropologie.“
Gerechtigkeit oder Frieden?
Was am Ende des Gedankengangs deutlich wird, ist die tiefe Bedeutung der Idee, dass wir weder allein leben noch allein führen können.
Es geht um Beziehungsnetzwerke. “Es geht um Familien, Gemeinschaften und letztlich um eine Nation, in der jeder von uns, ob groß oder klein, eine Rolle zu spielen hat". „Verachte niemanden und verachte nichts, denn es gibt niemanden, der nicht seine Stunde hat, und nichts, das nicht seinen Platz hat und deshalb hat jeder von uns etwas zu geben.“
Solidarisch
- Solidarisch sein heißt, „füreinander da sein“.
Solidarität bedeutet, dass alle Menschen aufeinander Rücksicht nehmen – auch wenn sich daraus kein eigener Vorteil ergibt.
"Solidarität" kommt aus dem Lateinisch-Französischen und heißt: "Zusammengehörigkeit". Es können auch mehrere Personen oder auch Gruppen sein, die sich gegenseitig helfen und unterstützen und zum Beispiel durch Nachbarschaftshilfe zeigen, dass sie "solidarisch" sind.
Solidarität bedeutet, jeden Menschen als Nächsten zu sehen, als einen Mitmenschen mit der gleichen Würde . Solidarität bedeutet, die Verantwortung füreinander zu erkennen und aktiv dazu beizutragen, dass andere ihr Potenzial entfalten können. Das ist mehr als nur ein Gefühl. Es treibt uns zum Handeln an
Und da kommt die Goldene Lebensregel ins Spiel: „Was du willst das dir die Menschen tun sollen, das tue du ihnen!“
Immanuel Kant konnte so denken: »Handle so, dass ein „Mensch“ stets betrachtet wird als Zweck an sich selber und niemals als Mittel zum Zweck.« Mit einem Wort, verbiete dir im Umgang mit Menschen die Fragen „wozu bist du mir nützlich“? „was kann ich mit dir machen“?
So fragt eine Gesellschaft, die erbarmungslos zugeschnitten ist auf Egoismus, Konkurrenz und Leistungsvergleich.
Doch die einzige Frage an den Menschen soll sein: „wer bist du denn selber?“ Nicht, was kann ich mit dir machen, sondern, was hat man mit dir gemacht? Nicht, wie hast du jetzt vorzugehen, sondern, was geht in dir vor sich, wenn du so fühlst und denkst?«
Gotthold Ephraim Lessing drückt das in der Novelle „Nathan der Weise“ so aus: »der verarmte Tempelritter spricht zu Nathan: „Ich weiß wie gute Menschen denken und weiß, dass überall die Erde gute Menschen trägt. Sind Juden oder Christen oder Muslime erst Juden oder Christen oder Muslime und dann Menschen? Wohl mir, dass ich in dir noch einen anderen gefunden, dem es genügt ein Mensch zu sein!“
Und Martin Buber ist der Überzeugung, "der Mensch wird Mensch erst im DU“.
Martin Luther meint: „Wir sind am Werden!“ Er schreibt: „Unser Leben ist nicht ein Gesundsein, sondern ein Gesundwerden, nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung. Wir sind’s noch nicht, wir werden’s aber.“
Man ist in der Gefahr bei sich selbst stehen zu bleiben. Es ist kein „Werden“, sondern Stillstand. Dabei ist man sich selbst genug!
In der Gemeinschaft denkt man über das „Seinesgleichen“ hinaus.
Der Philosoph Martin Buber hat gemeint: „Wenn wir vor Gott stehen, wird er uns nicht fragen, was hast du großartiges gebaut, geleistet oder erfunden? Nein, er wird fragen, wo ist dein Bruder, wo ist deine Schwester?“
Dann werden jene kommen, denen man in ihrer Not beigestanden ist. Auf welche Weise auch immer das geschehen ist.
Gemeinsam wachsen wir in unser „Mensch“ sein hinein.
Auftrag
verbindend in der Vielfalt der Kunst
Als Menschen die in gesichertem Wohlstand leben, haben wir uns zur Aufgabe gesetzt, schöne Worte Wirklichkeit werden zu lassen.
Unsere Bühne ist die Vielfalt der Kunst. Nach unseren Möglichkeiten wollen wir Begegnungen organisieren und menschliche Beziehungen fördern.
Ein emphatisches, friedliches und auf Solidarität ausgerichtetes MITEINANDER ist unsere Vision. "Mensch" zu werden ist unser Ziel!
Als gemeinnützige Organisation mit ethischer Verantwortung wollen wir uns darum bemühen.
Deshalb fördern wir das Miteinander von Künstler*innen und Laien sowie von Künstler*innen, die sich in einem künstlerischen Entwicklungsprozess befinden.
Connective Frequency verbindet beide Seiten.
ad empathisch
William Ury, der Begründer des Harvard-Programms für Verhandlungstechniken, erzählt in einem seiner Bücher eine bemerkenswerte Geschichte.
Ein junger Amerikaner, der in Japan lebte, um Aikido zu studieren, saß eines Nachmittags in einem Zug in der Nähe von Tokio. Der Waggon war halb leer. Es saßen darin einige Mütter mit Kindern und ältere Menschen.
An einem der Bahnhöfe öffneten sich plötzlich die Türen, und ein Mann torkelte betrunken, schmutzig and aggressiv in den Waggon. Er beschimpfte die Leute and stürzte sich auf eine Frau mit einem Baby im Arm. Der Schlag traf sie and schleuderte sie in den Schoß eines älteren Ehepaares. Dieses sprang auf and rannte ans andere Ende des Waggons. Das erzürnte den Betrunkenen, der ihnen nachjagte, eine Metallstange packte and versuchte, sie aus der Halterung zu reißen. Es war eine gefährliche Situation, und der junge Student machte sich kampfbereit.
Bevor er jedoch etwas sagen konnte, rief ein kleiner, älterer Mann in den Siebzigern, gekleidet in einen Kimono, dem Betrunkenen freundlich „Hey!“ zu. „Komm her und sprich mit mir!“ Der Betrunkene kam wie in Trance herüber. „Warum sollte ich mit Ihnen reden?“, fragte er. „Was haben Sie getrunken?“, fragte der alte Mann. „Sake“, sagte er, „und das geht Sie nichts an!“
„Oh, das ist ja wunderbar“, sagte der alte Mann. „Wissen Sie, ich liebe Sake auch. Jeden Abend wärmen meine Frau (sie ist 76, wissen Sie) and ich eine kleine Flasche Sake auf, gehen damit in den Garten und setzen uns auf eine alte Holzbank. Wir beobachten den Sonnenuntergang und sehen nach, wie es unserem Kakibaum geht. Mein Urgroßvater hat ihn gepflanzt …“
Während er weiterredete, entspannte sich allmählich das Gesicht des Betrunkenen, und seine Fäuste öffneten sich langsam. „Ja“, sagte er, „ich liebe Kakis auch.“ „Und ich bin sicher“, sagte der alte Mann lächelnd, „Sie haben eine wundervolle Frau.“
„Nein“, erwiderte der Betrunkenen. „Meine Frau ist gestorben.“ Leise begann er zu schluchzen. „Ich habe keine Frau. Ich habe kein Zuhause. Ich habe keine Arbeit. Ich schäme mich so sehr.“ Tränen rannen ihm über die Wangen.
Als der Zug an der Haltestelle des Studenten einfuhr und er ausstieg, hörte er den alten Mann mitfühlend seufzen: „Mein Gott. Das ist wirklich eine schwierige Lage. Setzen Sie sich und erzählen Sie mir davon.“ In dem letzten Augenblick, den er von ihnen erblickte, saß der Betrunkene mit dem Kopf im Schoß des alten Mannes. Der Mann strich ihm sanft über das Haar.
Was er mit Gewalt erreichen wollte, hatte der alte Mann mit freundlichen Worten erreicht.
Eine Geschichte wie diese verdeutlicht die Kraft der Empathie: die Welt mit den Augen eines anderen zu sehen, sich in seine Gefühle hineinzuversetzen und so zu handeln, dass er sich verstanden, gehört und wertgeschätzt fühlt.
Wenn es ein Gebot gibt, das die Kraft und Bedeutung der Empathie besonders hervorhebt, dann ist es der Vers in Exodus 23,9: „Du sollst den Fremden nicht unterdrücken, denn du kennst das Herz des Fremden: Ihr seid selbst Fremde im Land Ägypten gewesen“.
Warum gerade dieses Gebot? Das Bedürfnis nach Empathie geht weit über Fremde hinaus. Es gilt für Ehepartner, Eltern and Kinder, Nachbarn, Kollegen und so weiter. Empathie ist generell für die menschliche Interaktion unerlässlich. Warum wird sie dann gerade im Zusammenhang mit Fremden erwähnt?
Die Antwort lautet: „Empathie ist am stärksten in Gruppen ausgeprägt, in denen sich Menschen miteinander identifizieren: Familie, Freunde, Vereine, Gangs, Religionen oder Ethnien.“ Daraus folgt, dass je stärker die Bindung innerhalb der Gruppe ist, desto ausgeprägter sind Misstrauen und Angst gegenüber Außenstehenden. Es ist leicht, „seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst“. Es ist jedoch sehr schwer, einen Fremden zu lieben oder ihm auch nur Empathie entgegenzubringen. Der Primatologe Frans de Waal formuliert es so:
Wir haben uns so entwickelt, dass wir unsere Feinde hassen, Menschen, die wir kaum kennen, ignorieren und jedem misstrauen, der uns nicht ähnelt. Selbst wenn wir innerhalb unserer Gemeinschaften weitgehend kooperativ sind, verhalten wir uns Fremden gegenüber fast wie andere Wesen.
Die Angst vor dem Fremden kann die Empathiereaktion blockieren. Deshalb ist dieses Gebot so lebensverändernd. Es fordert uns nicht nur auf, Mitgefühl mit dem Fremden zu empfinden, weil wir wissen, wie es ist, in seiner Lage zu sein. Es deutet sogar an, dass dies ursprünglich Teil des Zwecks des Exils der Israeliten in Ägypten war. Es ist, als hätte Gott gesagt: „Euer Leid hat euch etwas von immenser Bedeutung gelehrt. Ihr wurdet unterdrückt; darum eilt den Unterdrückten zu Hilfe, wer immer sie auch sein mögen. Ihr habt gelitten; darum sollt ihr zu denen gehören, die anderen in ihrem Leid beistehen.“
Und so hat es sich auch erwiesen. Juden unterstützten Gandhi in seinem Kampf für die indische Unabhängigkeit, Martin Luther King in seinem Einsatz für die Bürgerrechte der Afroamerikaner und Nelson Mandela in seinem Kampf gegen die Apartheid in Südafrika. Ein israelisches Ärzteteam gehört heute meist zu den ersten, die bei Naturkatastrophen vor Ort eintreffen. Die religiöse Antwort auf Leid besteht darin, sich in die Lage der Leidenden hineinzuversetzen. Deshalb stellte ich so oft fest, dass es die Holocaust-Überlebenden in unserer Gemeinde waren, die sich am stärksten mit den Opfern ethnischer Kriege in Bosnien, Ruanda, Kosovo and Darfur identifizierten.
In seinem Buch „Nicht im Namen Gottes“ hat Rabbi Jonathan Sacks argumentiert, dass Empathie in der Erzählweise der Tora verankert ist – etwa in der Geschichte von Hagar und Ismael, als sie in die Wüste geschickt wurden, in der Geschichte von Esau, als er vor seinen Vater trat, um dessen Segen zu empfangen, und feststellte, dass Jakob ihn bereits empfangen hatte, und in der Geschichte von Leas Gefühlen, als sie erkannte, dass Jakob Rahel mehr liebte. Diese Geschichten zwingen uns, die Menschlichkeit des Anderen zu erkennen, des scheinbar Ungeliebten, Auserwählten, Zurückgewiesenen.
Tatsächlich mag dies der Hauptgrund sein, warum die Tora diese Geschichten überhaupt erzählt. Die Tora ist im Wesentlichen ein Gesetzbuch. Warum enthält sie dann überhaupt Erzählungen? Weil Gesetz ohne Empathie Gerechtigkeit ohne Mitgefühl bedeutet.
Raschi erklärt: „Ursprünglich plante Gott, die Welt durch das Attribut der Gerechtigkeit zu erschaffen, sah aber, dass sie allein darauf nicht bestehen konnte. Deshalb stellte er ihr das Attribut des Mitgefühls voran, verbunden mit dem der Gerechtigkeit.“ So handelt Gott, und so möchte er, dass wir handeln. Erzählungen sind der wirkungsvollste Weg, uns in die innere Welt anderer Menschen hineinzuversetzen.
Empathie ist kein oberflächliches, gefühlsbetontes Anhängsel des moralischen Lebens. Sie ist ein wesentliches Element der Konfliktlösung. Menschen, die Schmerz erfahren haben, reagieren oft, indem sie anderen Schmerz zufügen. Das Ergebnis ist Gewalt, mal emotional, mal physisch, mal gegen Einzelpersonen, mal gegen andere, mal gegen ganze Gruppen gerichtet. Die einzig wirklich gewaltfreie Alternative ist, sich in den Schmerz des anderen hineinzuversetzen und ihm so zu zeigen, dass er verstanden, seine Menschlichkeit anerkannt und seine Würde bekräftigt wird.
Nicht jeder kann das tun, was der ältere japanische Mann getan hat, und sicherlich sollte nicht jeder versuchen, einen potenziell gefährlichen Menschen auf diese Weise zu entwaffnen. Doch aktive Empathie verändert das Leben – nicht nur für einen selbst, sondern auch für die Menschen, mit denen man zu tun hat. Anstatt mit Wut auf die Wut anderer zu reagieren, sollte man versuchen zu verstehen, woher diese Wut kommen könnte. Generell gilt: Wenn man das Verhalten eines Menschen ändern möchte, muss man sich in seine Denkweise hineinversetzen, die Welt mit seinen Augen sehen and versuchen, seine Gefühle nachzuempfinden. Dann muss man die Worte oder Taten wählen, die seine Gefühle ansprechen, nicht die eigenen. Das ist nicht einfach. Nur wenige Menschen tun das. Diejenigen, die es tun, verändern die Welt.